ADIPOSITAS-OP (BARIATRISCHE OP)

 

Sie haben entschieden, dass eine Adipositas-OP der nächste Schritt zur Lösung Ihres Gewichtsproblems sein soll. Als wichtige Voraussetzung für die Genehmigung der bariatrischen OP ist in den meisten Fällen eine sechsmonatige Vorbereitungsphase mit spezieller Ernährungsberatung vorgesehen.

 

VORAB: GESPRÄCH MIT IHREM ARZT / IHRER ÄRZTIN ODER DEM ADIPOSITAS-ZENTRUM

 

Die Entscheidung für eine chirurgische Behandlung erfordert eine Abwägung der Risiken und des Nutzens durch den behandelnden Chirurgen. 

 

 

VORAUSSETZUNGEN FÜR EINEN CHIRURGISCHEN EINGRIFF

  • Sie haben ein hohes Übergewicht mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 40 oder mehr
  • Sie haben einen BMI von mindestens 35 und leiden zusätzlich unter zwei durch das Übergewicht verursachten Krankheiten wie Asthma, starkes Sodbrennen, Diabetes mellitus Typ II, Bluthochdruck, Rückenbeschwerden. 

 

MÖGLICHE CHIRURGISCHE METHODEN ZUR GEWICHTSREDUKTION

  • Magenballon
  • Magenband
  • Magen-Bypass
  • Sleeve-Gastrektomie / Schlauchmagen

ERNÄHRUNGSBERATUNG VOR DER ADIPOSITAS-OP

 

Bariatrische OP ohne Vorbereitung - Meist keine gute Idee !

 

Die Praxiserfahrungen haben gezeigt, dass Patienten in der Regel nur dann langfristig von einer Operation profitieren,

wenn sie entsprechend vorher informiert werden, wie sie sich auf eine OP vorbereiten können und vor allem, sich mit

den Nachsorgestrategien auseinander setzen. 

 

In den sechs Monaten Vorbereitung liegt der Schwerpunkt der Beratung auf einer Regelmäßigkeit beim Essen, einen Blick für besonders vitalstoff- und proteinreiche Lebensmittel zu bekommen und die OP-spezifischen Gegebenheiten kennen zu lernen

Der langfristige Erfolg einer Adipositas-OP hängt entscheidend von Ihrer Motivation und Offenheit Ihren Lebensstil zu ändern ab.

 

 

Nährstoffmängel schon vor der OP erkennen und beheben

 

Viele exrem Adipöse sind schon vor dem Eingriff mangelernährt, aber das Problem wird häufig nicht erkannt. Werden die Vitalstoffmängel nicht behoben, verstärkt sich das nach der OP noch. Denn die Patienten nehmen im ersten Jahr nach der OP meist nur 800 bis 1000 Kilokalorien pro Tag auf. Das Gewicht geht runter, allerdings ist es bei der Energiezufuhr nicht leicht, genügend Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe zuzuführen. Zudem ist je nach Art der OP die Verdauung und Aufnahme von verschiedenen Stoffen wegen der fehlenden Magensäure schlechter als früher. 

Am besten Sie bringen zu einem unserer Termine ein aktuelles Blutbild inklusive Vitaminlabor mit. Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt bitte immer eine Kopie davon geben. 

Es müssen nicht alle Vitalstoffe analysiert werden. Ich berate Sie gerne, welche Laborwerte beim jeweiligen OP-Verfahren sinnvoll sind.   

 

 

... oder doch keine OP ?

 

Manchmal merken KlientInnen in der Beratung, dass die Einschränkungen nach einer bariatrischen OP größer sein werden als gedacht. Oder sie erkennen, dass sie mit dem, was sie gerade verändern, so gut abnehmen, dass die Adipositas-OP momentan gar keine Option mehr ist. Das ist vollkommen in Ordnung. Dann ändern wir einfach die Beratungsschwerpunkte.

Auch dafür ist eine Vorbereitungsphase zur OP da, nochmal in sich zu gehen. Das möchte ich Ihnen sehr ans Herz legen, diese Zeit genau dafür zu nutzen.

 

 

 

ERNÄHRUNGSBERATUNG NACH DER OP

Je nach OP-Verfahren gilt es jetzt Ihre Portionsgrößen anzupassen und einen guten Ess-Rhythmus für Sie zu finden, mit manchmal auftretenden Unverträglichkeiten und Alltagshürden gut und gesund umzugehen.

Innerhalb des ersten Jahres stellen Sie so die Weichen, möglichst viel Ihres überschüssigen Gewichts abzubauen.

Mit Hilfe von regelmäßigen Blutuntersuchungen bei Ihrem Arzt oder AdipositasZentrum helfe ich Ihnen gezielt schädigende Nährstoffmängel zu vermeiden oder rechtzeitig wirksam zu beseitigen.

 

Wie häufig finden Termine statt?

 

Im ersten Jahr nach dem Eingriff sind in der Regel 5 Termine geplant, nach 18 und nach 24 Monaten jeweils noch einer.

Erfahrungsgemäß entstehen die meisten Fragen in den ersten Monaten. Deshalb hat es sich bewährt, die ersten 2 - 3 Termine kurz hintereinander zu planen. Je mehr Routine Sie beim Essen mit dem verkleinerten Magen haben, desto länger können wir die Pausen zwischen den Terminen planen. 

 

Bei Komplikationen begleite ich Sie gerne engmaschig. Oder wenn Sie Fragen haben und unsicher sind oder einfach eine verständnissvolle und kompetente Begleitung wünschen, sind immer weitere Beratungstermine möglich. 

 

 

Lebenslange Nachsorge

 

Mit der OP-Entscheidung haben Sie sich verpflichtet die lebenslange Nachsorge ernst zu nehmen. Natürlich zwingt Sie

niemand, die Termine wahrzunehmen und besonders wertvoll ist es, wenn Sie Ihr eigener Experte werden.

Manchmal hat das Selbstmanagement seine Grenzen und langfristig kann es - auch nach einer Magenverkleinerung - wieder zu einem deutlichen Gewichtsanstieg kommen.

Achten Sie daher auf sich, und erlauben Sie es sich, sich Unterstützung von außen zu gönnen.